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S01E03 - "Zenit und Todeskampf 1945 - 1957"
Ausgestrahlt am Feb 12, 2020, 11:00 AM
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Serie beendet
Beschreibung
Episoden (1 Staffel · 3 Episoden)
Die Anfänge 1917-1933
Mit der Errichtung der ersten Straf- und Arbeitslager wurde bereits 1918 begonnen, nur wenige Monate nach der Oktoberrevolution. Die Bolschewiki wollten sich dort ihrer politischen Gegner entledigen und "asoziale Elemente" durch Zwangsarbeit umerziehen. Einen ersten Großversuch starteten sie auf den Solowezki-Inseln, wo Tausende politische Gefangene und andere Straftäter auf unmenschlichste Weise gefügig gemacht werden sollten. Nach Lenins Tod übernahm Stalin die Macht, peitschte die Industrialisierung des Landes durch und ließ die Landwirtschaft zwangskollektivieren, was zu großen Hungersnöten führte. In weit abgelegenen Gegenden wie der sibirischen Kolyma-Region entstanden riesige Zwangsarbeiterkomplexe. Die sowjetische Geheimpolizei GPU, die zur Aufgabe hatte, den "Volkskörper" von "zersetzenden Elementen" zu reinigen, schickte Hunderttausende ins Lager, wo sie einen Beitrag zum Aufbau des Sozialismus leisten sollten.
Feb 9, 2020
55 Min.
Wucherungen 1934 - 1945
Auf dem XVII. Parteitag der KPdSU von den Funktionären bejubelt, ordnete Stalin 1934 den Bau des Moskau-Wolga-Kanals und einer neuen Trasse der Transsibirischen Eisenbahn an. Die in das NKWD eingegliederte GPU ließ weitere Lager errichten und baut den Gulag zu einer regelrechten Strafindustrie aus. 1935 gab es erstmals mehr als 1 Million Inhaftierte. Während der sogenannte Große Terror sich nach außen in den Moskauer Prozessen manifestierte, litt die sowjetische Bevölkerung unter immer stärkeren Repressionen. Es kam zu Massenhinrichtungen und willkürlichen Festnahmen. Im Januar 1939 verrichteten mehr als zwei Millionen Menschen Arbeitsdienst im Gulag. Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Ab 1942 verschlechterten sich die Haftbedingungen zusehends. Zahlreiche Häftlinge starben durch Hunger und Seuchen. Auch nach dem Sieg über Nazideutschland wurde der "Archipel Gulag" weiter ausgebaut, denn das System diente der Beschaffung wichtiger Rohstoffe.
Feb 10, 2020
55 Min.
Zenit und Todeskampf 1945 - 1957
In den Blockstaaten Osteuropas wurden nach dem Ende des 2. Weltkriegs zahlreiche Strafgefangene, aber auch Normalbürger antisowjetischer Umtriebe bezichtigt und in Lager deportiert. Vor allem die Situation der Frauen - ein Viertel der Inhaftierten - war dramatisch. Ende der 40er Jahre lebten mehr als 2 Millionen Menschen auf engstem Raum unter extremen Bedingungen. Das wirkte sich auf die Produktivität der Lagerindustrie aus. Als nach Stalins Tod am 5. März 1953 politisches Tauwetter einsetzte, wurden eine Million Gefangene freigelassen. 1956 machte Chruschtschow die stalinistischen Verbrechen publik. Das Land war tief erschüttert und der Gulag wurde schrittweise aufgelöst. 1973 sorgte Alexander Solschenizyns Archipel Gulag für Aufsehen: Das Schweigen wurde endlich überwunden. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wollten die Machthaber die Vergangenheit hinter sich lassen. Die Spuren des Gulags wurden nach und nach aus der Landschaft und dem russischen Gedächtnis getilgt.
Feb 12, 2020
60 Min.
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