
D'après une histoire vraie
Nach einer wahren Geschichte
Vorherige Episode
S01E08 - "Lucie Aubrac, ein Leben für die Résistance"
Ausgestrahlt am Aug 15, 2021, 3:55 PM
Nächste Episode
Noch offen
Beschreibung
Episoden (1 Staffel · 8 Episoden)
Abbé Pierre, Aufstand der Gutherzigkeit
Im Winter 1954 bricht eine Kältewelle über Frankreich herein. In einer eisigen Nacht stirbt in einem Pariser Vorort ein drei Monate altes Baby in einem Autobus, in dem seine Eltern Zuflucht gesucht hatten. Wenige Tage später wird eine Frau in Paris erfroren aufgefunden, den Ausweisungsbescheid noch in der Hand. Das ist zu viel für den Priester Henri Grouès, bekannt unter dem Namen Abbé Pierre. Der einstige Résistance-Kämpfer und Abgeordnete hatte mit der Emmaus-Bruderschaft schon länger versucht, die Aufmerksamkeit der Regierung auf das Schicksal von Obdachlosen zu lenken. Da der Staat weghörte, appellierte Abbé Pierre schließlich an das Volk. Am 1. Februar rief er im Programm von Radio Luxembourg zur Solidarität auf. Mit den insgesamt 500 Millionen Francs, die daraufhin aus der ganzen Welt gespendet wurden, konnte immerhin den Schwächsten geholfen werden. In den französischen Städten wurden Obdachlosenzentren und Notunterkünfte errichtet; viele Familien schöpften wieder Hoffnung.
Jun 27, 2021
30 Min.
Mark Ashton - Gay People und Minenarbeiter in einem Kampf!
Im Jahr 1984 rief die NUM, die mächtige britische Gewerkschaft für Bergarbeiter, zum Streik auf und setzte ein Kräftemessen mit Margaret Thatcher in Gang. Mark Ashton, einem homosexuellen Aktivisten aus London, gelang es, die Gay-Community von der Tragweite des Kampfes der Bergarbeiter gegen die Eiserne Lady zu überzeugen. Mit einigen Kameraden gründete er die Gruppe „Lesbians and Gays Support the Miners“ und sammelte Spenden zu ihrer Unterstützung. Das gesammelte Geld übergaben sie persönlich an eine Bergarbeitergemeinde im walisischen Dulais Valley. Das Zusammentreffen von Gays und Bergarbeitern kam einem regelrechten Kulturschock gleich – doch die gegenseitige Solidarität und der Kampf gegen einen gemeinsamen Feind nivellierte alle Unterschiede.
Jul 4, 2021
30 Min.
Frei durch die Luft
DDR, mitten im Kalten Krieg: Die Familien Strelzyk und Wetzel lebten in thüringischen Kleinstadt Pößneck, ungefähr 30 Kilometer von der Grenze zur BRD entfernt. Wie viele DDR-Bürger waren sie dazu bereit, alles zu riskieren, um ihren Kindern ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Zwei Jahre lang arbeiteten sie an der Vorbereitung eines scheinbar irrwitzigen Fluchtplans: Sie bauten heimlich einen Heißluftballon, mit Hilfe dessen sie sich in den Westen absetzen wollten. Eines Nachts im September 1979 traten die beiden Familien die Reise in ihrem improvisierten Luftgefährt an, das sie aus einem Blechstück, Eisenstangen, vier Propangasflaschen und aneinandergenähten Zeltplanen zusammengebastelt hatten. Bei günstigem Wind flogen sie ungefähr eine halbe Stunde auf einer Höhe von 2.000 Metern. Als sie schließlich landeten, wussten sie zuerst nicht, ob ihnen ihr Coup geglückt war.
Jul 11, 2021
25 Min.
Näherinnen-Streik bei Ford: Ein Geschlechterkampf
Im Juni 1968 bahnte sich unter den Arbeiterinnen in den größten Ford-Werken Englands im Londoner Vorort Dagenham ein Aufstand an. 187 Frauen, die die Sitzbezüge für den Cortina und den Anglia fertigten - seinerzeit heißbegehrte Modelle -, traten in den Streik. Der Grund: Ford hatte die Lohnstruktur des Unternehmens reformiert, und der neue Tarif, dem die Gewerkschaften zugestimmt hatten, war für die Näherinnen eine Katastrophe. Sie wurden von Ford trotz ihrer Fähigkeiten zu ungelernten Arbeitskräften herabgestuft und verdienten somit 15 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die streikenden Arbeiterinnen forderten eine Erhöhung ihres Lohns sowie die Anerkennung ihrer Fähigkeiten. Von Beginn an zeigten die Näherinnen eine beeindruckende Entschlossenheit und gaben trotz dem Spott der Presse über ihre „Armee der Röcke“ nicht nach. Als sich der Streik schließlich auf die gesamte Produktionskette auswirkte, wurden die Arbeiterinnen endlich ernst genommen.
Jul 18, 2021
30 Min.
Von den Banlieues zum Elysée
1983 wurde Toumi Djaïdja eines Abends von einem Polizisten mit einer Schusswaffe verletzt. Er entging nur knapp dem Tod. Zurück in Minguettes schlug er seinen Freunden vor, den Kampf mit einer anderen Waffe weiterzuführen: der Gewaltlosigkeit. So entstand die Idee eines friedlichen Protestmarsches von Marseille nach Paris. Mit der Unterstützung von Pater Delorme zogen Toumi, Djamel und 15 weitere Jugendliche quer durch das Land, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und für die Anerkennung der Immigrantenkinder als Franzosen zu demonstrieren. Sechs Wochen später schlossen sich in Paris mehr als 100.000 Demonstranten ihrem Protestzug an. Dank der landesweiten Aufmerksamkeit, den der Protestmarsch erzielt hatte, wurde der zehnjährige Aufenthaltstitel für Einwanderer eingeführt. Dies war das einzige Ergebnis, das sich in der Gesetzgebung niederschlug.
Jul 25, 2021
25 Min.
Aus Liebe zu Algerien - Die Mönche von Tibhirine
Dies ist die wahre Geschichte der Mönche von Tibhirine. Im März 1996, mitten im algerischen Bürgerkrieg, wurden die Glaubensbrüder Christian, Bruno, Christophe, Célestin, Luc, Paul und Michel aus dem südlich von Algier gelegenen Kloster Notre-Dame de l’Atlas entführt. Die Trappistenmönche waren zuvor bereits von terroristischen Splittergruppen bedroht worden, hatten sich jedoch dazu entschlossen, ihr Kloster und das Land nicht zu verlassen. Sie wurden mehrere Wochen lang von ihren Entführern gefangen gehalten und schließlich ermordet. Am 23. Mai 1996 gab die Groupe Islamique Armé (GIA) in einem Bekennerschreiben die Ermordung der Mönche bekannt. Ihre Köpfe wurden am 30. Mai in der Nähe von Medea entdeckt, doch ihre Körper wurden nie gefunden. Noch heute ist umstritten, wer hinter der Entführung steckt. Die Angelegenheit belastet noch immer die Beziehungen zwischen Frankreich und Algerien.
Aug 1, 2021
30 Min.
Gerry Conlon - Im Namen der Wahrheit
Am 5. Oktober 1974 detonierte im südenglischen Guildford eine Bombe in einem Pub, in dem britische Soldaten aus umliegenden Kasernen verkehrten, und wenige Tage später eine weitere im Londoner Vorort Woolwich. Sieben Menschen kamen bei den Anschlägen ums Leben, weitere 70 wurden schwer verletzt. Die Sicherheitsbehörden standen unter Druck: Sie brauchten schnell einen Schuldigen - und Gerry Conlon musste als Sündenbock herhalten. Mit 19 wurde er verhaftet und für ein Attentat verurteilt, das er nicht begangen hatte. Er sollte 15 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbringen. Sein Vater, der ebenfalls zu Unrecht verhaftet wurde, starb im Gefängnis. Nach seiner Freilassung veröffentlichte Conlon eine Autobiografie mit dem Titel „Proved Innocent“. Er setzte sich außerdem für politische Gefangene und die Opfer willkürlicher Festnahmen ein. 2014 verstarb Conlon im Alter von 60 Jahren in Folge einer Krebserkrankung.
Aug 8, 2021
27 Min.
Lucie Aubrac, ein Leben für die Résistance
Am 21. Juni 1943 verhaftete die Gestapo in Caluire, in der Nähe von Lyon, Jean Moulin sowie sieben weitere hochrangige Mitglieder der Résistance, darunter auch Raymond Aubrac. Seine Ehefrau Lucie, Widerstandskämpferin der ersten Stunde, schreckte vor nichts zurück, um ihn aus den Fängen der Gestapo zu befreien. Mit der Unterstützung ihres Netzwerks „Libération“ plante sie hochschwanger einen Hinterhalt – ein riskantes Unterfangen, das letztlich jedoch gelang. Für das Ehepaar begann ein Leben auf der Flucht. Dank ihrer Kontakte konnte Lucie Aubrac am 8. Februar 1944 mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn nach London übersetzen. Wenige Tage später brachte sie dort eine Tochter zur Welt.Damit hätte ihr Kampf enden können, doch Lucie Aubrac engagierte sich weiterhin für die Befreiung Frankreichs und wurde als erste Frau in die Beratende Versammlung, das provisorische Parlament, berufen.
Aug 15, 2021
30 Min.